TERRA-Server-Hardware überwachen

Die Management-Karte per Redfish abfragen, Hardwareprobleme erkennen und fehlende Sensorabdeckung richtig einordnen.

Der Check TERRA Server (Wortmann) überwacht die Hardware über die Management-Karte (BMC) des Servers. Er liest per HTTPS und Redfish unter anderem Temperaturen, Lüfter, Netzteile, Spannungen, Speicher- und Laufwerkszustände sowie Hardware-Ereignisse. Welche Daten verfügbar sind, hängt von der Management-Karte und der angeschlossenen Hardware ab.

Voraussetzungen

  • Du benötigst Monitoring-Check-Verwaltung und Zugriff auf das Gerät, auf dem du den Check einrichtest.
  • Ein online verbundener octoja-Agent muss die Management-Karte im Netzwerk über HTTPS erreichen können. Die Adresse des BMC ist nicht die Adresse des Server-Betriebssystems.
  • Das BMC muss Redfish unterstützen. Ältere TERRA-Server mit Intel-RMM4-Modul, die nur IPMI anbieten, funktionieren mit diesem Check nicht.
  • Lege auf dem BMC ein eigenes Konto mit der Rolle Operator oder ReadOnly an und halte dessen Zugangsdaten bereit.

Check einrichten

  1. Öffne unter Geräte das Gerät mit dem Agent, der das BMC erreichen kann.
  2. Wähle Checks → Check hinzufügen → TERRA Server (Wortmann).
  3. Trage unter Host den Hostnamen oder die IP-Adresse der Management-Karte ein, ohne URL-Pfad. Ergänze BMC-Benutzer, BMC-Passwort und gegebenenfalls einen abweichenden HTTPS-Port.
  4. Prüfe die Zertifikatseinstellung und die gewünschten Prüfungen in der Tabelle unten. Lasse die Temperaturgrenzen zunächst vom BMC vorgeben; verschiedene Sensoren haben unterschiedliche zulässige Temperaturen.
  5. Speichere mit Check hinzufügen. Nach dem nächsten Lauf — standardmäßig alle 15 Minuten — öffne das Ergebnis. Prüfe Modell, Sensoranzahlen, Probleme und Hinweise auf nicht verfügbare Daten.
  6. Richte bei Bedarf eine Alarmierung für den Check ein.

Einstellungen

FeldTypPflichtStandardBedeutung
HostTextJaLeerHostname oder IP-Adresse des BMC
BMC-Benutzer / BMC-PasswortText / PasswortJaLeerZugangsdaten zur Management-Karte
HTTPS-PortGanzzahlNein443Port des BMC
Selbstsigniertes Zertifikat akzeptierenSchalterNeinEinÜberspringt die Prüfung des Serverzertifikats. Deaktiviere die Option, wenn das BMC ein vom Agent als vertrauenswürdig erkanntes, gültiges Zertifikat verwendet.
Laufwerke prüfenSchalterNeinEinController-, Volume- und Laufwerkszustand, Ausfallvorhersage und SSD-Restlebensdauer, soweit das BMC sie liefert
Spannungen prüfenSchalterNeinEinSpannungswerte gegen die vom BMC gemeldeten Grenzen prüfen
System-Event-Log prüfenSchalterNeinEinWarnungen und kritische Einträge aus Hardware-Logs auswerten, nicht Login- oder Audit-Logs
Event-Log-Zeitfenster (Stunden)GanzzahlNein24Ältere datierte Einträge auslassen; Einträge ohne lesbaren Zeitstempel können weiterhin erscheinen

Unter Erweiterte Optionen anzeigen findest du:

FeldTypPflichtStandardBedeutung
Schwellwerte der Management-Karte verwendenSchalterNeinEinEigene Grenzen jedes Temperatursensors verwenden
Temperatur-Warnung (°C) / Temperatur kritisch (°C)GanzzahlenNein70 / 85Einheitliche Grenzen, wenn die BMC-Schwellwerte ausgeschaltet sind
Warnen ab dieser Anzahl °C vor dem kritischen SchwellwertGanzzahlNein5Zusätzliche Vorwarnung nahe der kritischen Grenze; 0 deaktiviert sie
SSD-Abnutzungswarnung (% Restlebensdauer)GanzzahlNein15Warnung, wenn die gemeldete Restlebensdauer unter diesem Wert liegt
Sensoren ignorieren (regulärer Ausdruck)TextNeinLeerPassende Temperatur-, Lüfter- und Spannungssensoren überspringen; Groß-/Kleinschreibung wird ignoriert

Ergebnisse prüfen

Das Ergebnis übernimmt die höchste gemeldete Schwere. Fehlende Daten sind aber kein Nachweis gesunder Hardware:

  • Keine Netzteildaten: Ein Netzteilausfall ist über diese Abfrage nicht erkennbar. Richte für redundante Netzteile eine ergänzende, vom Hersteller unterstützte Überwachung ein, etwa per IPMI.
  • Keine Laufwerke: Reines Onboard-SATA kann keine Redfish-Storage-Daten bereitstellen. Ergänze eine Überwachung im Betriebssystem oder über den Controller. Virtuelle BMC-Medien werden nicht als physische Laufwerke gezählt.
  • Keine Temperatur- und Lüftersensoren: Der Check warnt. Prüfe BMC-Unterstützung, Firmware und Zugriffsrechte.
  • 0 U/min: Kann einen ausgefallenen Lüfter oder einen unbestückten Anschluss bedeuten. Bestätigt das BMC einen gesunden Sensor beziehungsweise bei abweichendem Sensorstatus einen gesunden Gesamtzustand, meldet der Check eine Warnung statt kritisch. Prüfe den Anschluss am Server, bevor du ihn ausnimmst. Für zwei nachweislich unbestückte Anschlüsse kannst du beispielsweise ^(FRNT_FAN1|REAR_FAN1)$ als Sensorfilter verwenden. Speichere und kontrolliere den nächsten Lauf; ein Filter repariert keinen Lüfter.
  • Hardware-Ereignisse: Auch ein inzwischen behobenes Problem kann bis zum Ende des Zeitfensters sichtbar bleiben. Umfangreiche Logs werden begrenzt ausgewertet; prüfe bei Verdacht zusätzlich das vollständige BMC-Protokoll.

Verbindungsfehler beheben

Prüfe bei Nichterreichbarkeit die BMC-Adresse, den HTTPS-Port und die Firewall vom ausführenden Agent aus. Bei abgelehnten Zugangsdaten prüfe Konto, Passwort und Rechte. Keine Redfish-Antwort erfordert die Prüfung, ob das Modell Redfish unterstützt; ein erreichbares BMC-Webinterface allein reicht nicht. Ein ungültiger regulärer Ausdruck verhindert den Check — korrigiere oder leere den Sensorfilter und starte erneut.