S.M.A.R.T.-Check-Referenz

Alle Parameter, Schwellenwerte und Konfigurationsoptionen für den S.M.A.R.T.-Check in octoja.

Geschrieben von Erdinc Akay

Zuletzt aktualisiert Vor 26 Tagen

Dieser Artikel beschreibt die Voraussetzungen, Konfiguration und das Verhalten des S.M.A.R.T. Checks. Im Check-Katalog erscheint er als SMART Festplattengesundheit (EN: SMART Disk Health).

Voraussetzungen

Der Check verwendet smartmontools (genauer den Befehl smartctl), um S.M.A.R.T.-Daten auszulesen. Unter Linux installiert der octoja Agent das Paket vor dem ersten Lauf automatisch über den vorhandenen Paketmanager (apt-get, dnf, yum, pacman, apk oder zypper). Ist keiner davon verfügbar, installiere smartmontools manuell. Unter Windows und macOS wird keine zusätzliche Software benötigt.

Konfigurationsfelder

FeldTypErforderlichStandardBeschreibung
Alle Festplatten überwachenboolNeintrueIst die Option aktiviert (Standard), führt der Agent smartctl --scan aus und überwacht jedes erkannte physische Laufwerk. Ist sie deaktiviert, wird stattdessen das Feld Zu überwachende Festplatten verwendet
Zu überwachende Festplattenstring[]NeinExplizite Liste der zu überwachenden Gerätepfade (nur relevant, wenn Alle Festplatten überwachen deaktiviert ist). Beispiele: /dev/sda (Linux), /dev/disk0 (macOS), /dev/pd0 (Windows)
Temperatur-Warnung — HDD (°C)number (°C)Nein50Eine drehende Festplatte ab dieser Temperatur löst eine Warnung aus. Gilt nur für HDDs
Temperatur-Fehler — HDD (°C)number (°C)Nein60Eine drehende Festplatte ab dieser Temperatur löst einen kritischen Alarm aus. Gilt nur für HDDs
Temperatur-Warnung — SSD / NVMe (°C)number (°C)Nein70Ein Solid-State-Laufwerk (SATA-SSD, NVMe, M.2) ab dieser Temperatur löst eine Warnung aus. Solid-State-Laufwerke vertragen mehr Wärme als drehende Festplatten
Temperatur-Fehler — SSD / NVMe (°C)number (°C)Nein80Ein Solid-State-Laufwerk (SATA-SSD, NVMe, M.2) ab dieser Temperatur löst einen kritischen Alarm aus
Max. umverteilte Sektoren / MedienfehlernumberNein0Umverteilte Sektoren (ATA) oder Medienfehler (NVMe) oberhalb dieses Schwellenwerts lösen einen kritischen Alarm aus (der Standardwert 0 bedeutet, dass bereits jeder Wert über null alarmiert)

Alle Schwellenwertfelder erscheinen im Check-Editor erst nach dem Aktivieren von Erweiterte Optionen anzeigen. Laufwerke, die keine Drehzahl melden, werden als Solid-State behandelt und nutzen die SSD-/NVMe-Schwellenwerte. Der Check läuft alle 60 Minuten; das Intervall ist im Check-Editor nicht konfigurierbar.

Überwachte S.M.A.R.T.-Attribute

AttributBedeutung
Overall HealthEine Bestanden/Nicht-bestanden-Zusammenfassung der Laufwerk-Firmware. Fail bedeutet, dass das Laufwerk selbst einen bevorstehenden Ausfall vorhersagt
Reallocated Sectors (ATA-Attribut 5) / NVMe media_errorsFehlerhafte Sektoren, die das Laufwerk in Reservebereiche umgemappt hat (bzw. bei NVMe der Media-Error-Zähler). Jeder Wert über null deutet auf physische Verschlechterung hin
TemperatureLaufwerkstemperatur in Celsius. Hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer und können auf unzureichende Belüftung hinweisen
Power-On HoursGesamtstunden, die das Laufwerk in Betrieb war. Nützlich zur Abschätzung der Restlebensdauer (die meisten Laufwerke sind für 30.000–50.000 Stunden ausgelegt)
Modell, Seriennummer, KapazitätIdentifikation und Größe des Laufwerks, zusammen mit den Health-Daten als Inventarkontext gemeldet

Alarmauslöser

BedingungSchweregrad
Overall Health = FailKritisch
Umverteilte Sektoren (ATA) oder Medienfehler (NVMe) überschreiten Max. umverteilte Sektoren / Medienfehler (Standard 0 — bereits jeder Wert über null alarmiert)Kritisch
Ein einzelnes SMART-Attribut fällt gerade aus oder ist in der Vergangenheit ausgefallenKritisch
Ein NVMe-Laufwerk meldet eine kritische Warnung (Reserve niedrig, Zuverlässigkeit beeinträchtigt, schreibgeschützter Modus, Ausfall der Sicherung des flüchtigen Speichers oder Ausfall des persistenten Speicherbereichs)Kritisch
Die Firmware eines SCSI-/SAS-Laufwerks meldet einen bevorstehenden AusfallKritisch
Ein zuvor vom Gerät gemeldetes Laufwerk wird nicht mehr erkannt (möglicherweise ausgefallen oder entfernt)Kritisch
HDD-Temperatur ≥ Temperatur-Fehler — HDD (Standard 60 °C); SSD-/NVMe-Temperatur ≥ Temperatur-Fehler — SSD / NVMe (Standard 80 °C)Kritisch
HDD-Temperatur ≥ Temperatur-Warnung — HDD (Standard 50 °C); SSD-/NVMe-Temperatur ≥ Temperatur-Warnung — SSD / NVMe (Standard 70 °C) — jeweils unterhalb des zugehörigen Fehler-SchwellenwertsWarnung
Von einem explizit konfigurierten Laufwerk können keine SMART-Daten gelesen werdenFehler (für dieses Laufwerk)
Das smartctl-Binary ist auf dem Gerät nicht verfügbarFehler
Laufwerke wurden gefunden und abgefragt, aber keines lieferte verwertbare SMART-Daten (jede Abfrage schlug fehl, sodass die gemeldete Laufwerksliste leer bleibt)Warnung

Hinweise

  • S.M.A.R.T.-Daten sind nur für physische Laufwerke aussagekräftig. Virtuelle Laufwerke liefern in der Regel keine verwertbaren Daten; ist Alle Festplatten überwachen aktiviert, filtert die automatische Erkennung Phantom-USB-Gehäuse heraus, prüft darüber hinaus aber nicht, ob ein Gerät physisch vorhanden ist.
  • Sowohl SSDs als auch HDDs unterstützen S.M.A.R.T., melden aber unterschiedliche Attribute. Beide werden korrekt interpretiert.
  • Ein Gerät ohne SMART-fähige Laufwerke — die automatische Erkennung findet keine, oder Alle Festplatten überwachen ist deaktiviert und die explizite Laufwerksliste ist leer — meldet OK, keine Warnung. Eine Warnung wird nur ausgelöst, wenn Laufwerke gefunden wurden, aber jede Abfrage keine verwertbaren Daten lieferte.
  • Der Alarm „Laufwerk wird nicht mehr erkannt" wird über aufeinanderfolgende Läufe hinweg ausgewertet, nicht anhand eines einzelnen Scans: octoja vergleicht jeden Lauf mit dem vorherigen. Ein Laufwerk, das vom Bus verschwindet, wird daher erst gemeldet, nachdem es für ein kurzes Entprellfenster (etwa 5 Minuten) fehlt — das ignoriert einen einmaligen Scan-Aussetzer. Ein Laufwerk, das länger als einige Tage fehlt, wird vergessen und alarmiert nicht mehr, sodass ein tatsächlich außer Betrieb genommenes Laufwerk nicht dauerhaft alarmiert.

Siehe auch: Einen S.M.A.R.T.-Check konfigurieren