S.M.A.R.T.-Check-Referenz
Alle Parameter, Schwellenwerte und Konfigurationsoptionen für den S.M.A.R.T.-Check in octoja.
Dieser Artikel beschreibt die Voraussetzungen, Konfiguration und das Verhalten des S.M.A.R.T. Checks. Im Check-Katalog erscheint er als SMART Festplattengesundheit (EN: SMART Disk Health).
Voraussetzungen
Der Check verwendet smartmontools (genauer den Befehl smartctl), um S.M.A.R.T.-Daten auszulesen. Unter Linux installiert der octoja Agent das Paket vor dem ersten Lauf automatisch über den vorhandenen Paketmanager (apt-get, dnf, yum, pacman, apk oder zypper). Ist keiner davon verfügbar, installiere smartmontools manuell. Unter Windows und macOS wird keine zusätzliche Software benötigt.
Konfigurationsfelder
Alle Schwellenwertfelder erscheinen im Check-Editor erst nach dem Aktivieren von Erweiterte Optionen anzeigen. Laufwerke, die keine Drehzahl melden, werden als Solid-State behandelt und nutzen die SSD-/NVMe-Schwellenwerte. Der Check läuft alle 60 Minuten; das Intervall ist im Check-Editor nicht konfigurierbar.
Überwachte S.M.A.R.T.-Attribute
Alarmauslöser
Hinweise
- Bei automatischer Erkennung unter Windows werden SCSI-Laufwerke direkt über die Windows-Speicherinformationen bewertet, statt SMART-Passthrough-Abfragen zu senden. RAID-Volumes und nicht sicher einzuordnende Scan-Ziele werden ausgelassen. Diese Schutzmaßnahme gilt nicht für ausdrücklich eingegebene Laufwerkspfade; verwende auf RAID-Hosts vorzugsweise den passenden Controller-Check.
- S.M.A.R.T.-Daten sind nur für physische Laufwerke aussagekräftig. Virtuelle Laufwerke liefern in der Regel keine verwertbaren Daten; ist Alle Festplatten überwachen aktiviert, verwirft die automatische Erkennung Geräte, die sie nicht öffnen oder identifizieren kann — leere Kartenleser und unbestückte USB-Gehäuse — sowie Geräte, die überhaupt keinen SMART-Selbsttest bereitstellen, etwa optische Laufwerke und einfache USB-Bridges. Darüber hinaus prüft sie nicht, ob ein Gerät physisch vorhanden ist.
- Sowohl SSDs als auch HDDs unterstützen S.M.A.R.T., melden aber unterschiedliche Attribute. Beide werden korrekt interpretiert.
- Unter Windows wird eine Festplatte, die keine SMART-Daten liefert, stattdessen über die Windows-eigenen Speicherinformationen bewertet — das gilt auch für sämtliche physischen Festplatten, wenn der Scan nichts Auslesbares findet. Solche Festplatten erscheinen als
PhysicalDisk<Nummer>unter dem Namen, den Windows für sie meldet, und werden anhand des von Windows gemeldeten Zustands sowie derselben Temperatur-Schwellenwerte bewertet; der von Windows gemeldete Medientyp entscheidet, ob die HDD- oder die SSD-/NVMe-Werte gelten. Umverteilte Sektoren und Medienfehler sind in diesen Daten nicht enthalten, und eine Temperatur unter 1 °C oder über 149 °C gilt als unplausibel und wird als Strich angezeigt. - Der Rückfall auf Windows-Speicherinformationen überspringt Laufwerke mit Bustyp
RAIDsowie Laufwerke ohne bekannten Gesundheitszustand und ohne Temperaturwert. Bei den übrigen Laufwerken giltUnknownals nicht verfügbar, nicht als Fehler; vorhandene Temperaturwerte werden weiterhin bewertet. Nutze für Laufwerke hinter einem Hardware-RAID-Controller zusätzlich dessen Verwaltungswerkzeug oder einen passenden RAID-Check. - Ein Gerät ohne SMART-fähige Laufwerke — die automatische Erkennung findet keine, oder Alle Festplatten überwachen ist deaktiviert und die explizite Laufwerksliste ist leer — meldet OK, keine Warnung. Dasselbe gilt, wenn Laufwerke gefunden wurden, aber keines davon verwertbare SMART-Daten lieferte: Diese Laufwerke fallen aus dem Bericht heraus, und der Check meldet weiterhin OK. Unter Windows ist das der Zustand, der eintritt, sobald auch der oben beschriebene Rückfall auf die Windows-Speicherinformationen nichts gefunden hat.
- Das Erkennen eines nicht mehr vorhandenen Laufwerks gehört nicht zu diesem Check. Es steckt im separaten Check Festplattenpräsenz (EN: Disk Presence), sodass ein entferntes oder außer Betrieb genommenes Laufwerk den SMART-Check nicht rot hält, während die übrigen Laufwerke gesund sind.
Siehe auch: Einen S.M.A.R.T.-Check konfigurieren