S.M.A.R.T.-Check-Referenz

Alle Parameter, Schwellenwerte und Konfigurationsoptionen für den S.M.A.R.T.-Check in octoja.

Dieser Artikel beschreibt die Voraussetzungen, Konfiguration und das Verhalten des S.M.A.R.T. Checks. Im Check-Katalog erscheint er als SMART Festplattengesundheit (EN: SMART Disk Health).

Voraussetzungen

Der Check verwendet smartmontools (genauer den Befehl smartctl), um S.M.A.R.T.-Daten auszulesen. Unter Linux installiert der octoja Agent das Paket vor dem ersten Lauf automatisch über den vorhandenen Paketmanager (apt-get, dnf, yum, pacman, apk oder zypper). Ist keiner davon verfügbar, installiere smartmontools manuell. Unter Windows und macOS wird keine zusätzliche Software benötigt.

Konfigurationsfelder

FeldTypErforderlichStandardBeschreibung
Alle Festplatten überwachenboolNeintrueIst die Option aktiviert (Standard), führt der Agent smartctl --scan aus und überwacht jedes erkannte physische Laufwerk. Ist sie deaktiviert, wird stattdessen das Feld Zu überwachende Festplatten verwendet
Zu überwachende Festplattenstring[]Ja (wenn Alle Festplatten überwachen deaktiviert ist)Explizite Liste der zu überwachenden Gerätepfade (nur relevant, wenn Alle Festplatten überwachen deaktiviert ist). Beispiele: /dev/sda (Linux), /dev/disk0 (macOS), /dev/pd0 (Windows)
Temperatur-Warnung — HDD (°C)number (°C)Nein50Eine drehende Festplatte ab dieser Temperatur löst eine Warnung aus. Gilt nur für HDDs
Temperatur-Fehler — HDD (°C)number (°C)Nein60Eine drehende Festplatte ab dieser Temperatur löst einen kritischen Alarm aus. Gilt nur für HDDs
Temperatur-Warnung — SSD / NVMe (°C)number (°C)Nein70Ein Solid-State-Laufwerk (SATA-SSD, NVMe, M.2) ab dieser Temperatur löst eine Warnung aus. Solid-State-Laufwerke vertragen mehr Wärme als drehende Festplatten
Temperatur-Fehler — SSD / NVMe (°C)number (°C)Nein80Ein Solid-State-Laufwerk (SATA-SSD, NVMe, M.2) ab dieser Temperatur löst einen kritischen Alarm aus
Max. umverteilte Sektoren / MedienfehlernumberNein0Umverteilte Sektoren (ATA) oder Medienfehler (NVMe) oberhalb dieses Schwellenwerts lösen einen kritischen Alarm aus (der Standardwert 0 bedeutet, dass bereits jeder Wert über null alarmiert)

Alle Schwellenwertfelder erscheinen im Check-Editor erst nach dem Aktivieren von Erweiterte Optionen anzeigen. Laufwerke, die keine Drehzahl melden, werden als Solid-State behandelt und nutzen die SSD-/NVMe-Schwellenwerte. Der Check läuft alle 60 Minuten; das Intervall ist im Check-Editor nicht konfigurierbar.

Überwachte S.M.A.R.T.-Attribute

AttributBedeutung
Overall HealthEine Bestanden/Nicht-bestanden-Zusammenfassung der Laufwerk-Firmware. Fail bedeutet, dass das Laufwerk selbst einen bevorstehenden Ausfall vorhersagt
Reallocated Sectors (ATA-Attribut 5) / NVMe media_errorsFehlerhafte Sektoren, die das Laufwerk in Reservebereiche umgemappt hat (bzw. bei NVMe der Media-Error-Zähler). Jeder Wert über null deutet auf physische Verschlechterung hin
TemperatureLaufwerkstemperatur in Celsius. Hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer und können auf unzureichende Belüftung hinweisen
Power-On HoursGesamtstunden, die das Laufwerk in Betrieb war. Nützlich zur Abschätzung der Restlebensdauer (die meisten Laufwerke sind für 30.000–50.000 Stunden ausgelegt)
Modell, Seriennummer, KapazitätIdentifikation und Größe des Laufwerks, zusammen mit den Health-Daten als Inventarkontext gemeldet

Alarmauslöser

BedingungSchweregrad
Overall Health = Fail. octoja benennt die konkrete Ursache dazu: jedes ATA-Attribut, das das Laufwerk als gerade ausfallend oder als in der Vergangenheit ausgefallen markiert, jedes kritische NVMe-Warnungs-Bit (Reserve niedrig, Temperatur, Zuverlässigkeit beeinträchtigt, schreibgeschützter Modus, Ausfall der Sicherung des flüchtigen Speichers, Ausfall des persistenten Speicherbereichs) oder den Text zum bevorstehenden Ausfall, den die Firmware eines SCSI-/SAS-Laufwerks meldetKritisch
Umverteilte Sektoren (ATA) oder Medienfehler (NVMe) überschreiten Max. umverteilte Sektoren / Medienfehler (Standard 0 — bereits jeder Wert über null alarmiert)Kritisch
Unter Windows: Eine Festplatte, die über die Windows-eigenen Speicherdaten bewertet wird (siehe Hinweise), wird als fehlerhaft gemeldetKritisch
Unter Windows: Eine Festplatte, die über die Windows-eigenen Speicherdaten bewertet wird, wird in einem Warnzustand gemeldet oder als fehlerfrei, aber nicht betriebsbereitWarnung
HDD-Temperatur ≥ Temperatur-Fehler — HDD (Standard 60 °C); SSD-/NVMe-Temperatur ≥ Temperatur-Fehler — SSD / NVMe (Standard 80 °C)Kritisch
HDD-Temperatur ≥ Temperatur-Warnung — HDD (Standard 50 °C); SSD-/NVMe-Temperatur ≥ Temperatur-Warnung — SSD / NVMe (Standard 70 °C) — jeweils unterhalb des zugehörigen Fehler-SchwellenwertsWarnung
Von einem explizit konfigurierten Laufwerk können keine SMART-Daten gelesen werdenFehler (für dieses Laufwerk)
Das smartctl-Binary ist auf dem Gerät nicht verfügbarFehler

Hinweise

  • Bei automatischer Erkennung unter Windows werden SCSI-Laufwerke direkt über die Windows-Speicherinformationen bewertet, statt SMART-Passthrough-Abfragen zu senden. RAID-Volumes und nicht sicher einzuordnende Scan-Ziele werden ausgelassen. Diese Schutzmaßnahme gilt nicht für ausdrücklich eingegebene Laufwerkspfade; verwende auf RAID-Hosts vorzugsweise den passenden Controller-Check.
  • S.M.A.R.T.-Daten sind nur für physische Laufwerke aussagekräftig. Virtuelle Laufwerke liefern in der Regel keine verwertbaren Daten; ist Alle Festplatten überwachen aktiviert, verwirft die automatische Erkennung Geräte, die sie nicht öffnen oder identifizieren kann — leere Kartenleser und unbestückte USB-Gehäuse — sowie Geräte, die überhaupt keinen SMART-Selbsttest bereitstellen, etwa optische Laufwerke und einfache USB-Bridges. Darüber hinaus prüft sie nicht, ob ein Gerät physisch vorhanden ist.
  • Sowohl SSDs als auch HDDs unterstützen S.M.A.R.T., melden aber unterschiedliche Attribute. Beide werden korrekt interpretiert.
  • Unter Windows wird eine Festplatte, die keine SMART-Daten liefert, stattdessen über die Windows-eigenen Speicherinformationen bewertet — das gilt auch für sämtliche physischen Festplatten, wenn der Scan nichts Auslesbares findet. Solche Festplatten erscheinen als PhysicalDisk<Nummer> unter dem Namen, den Windows für sie meldet, und werden anhand des von Windows gemeldeten Zustands sowie derselben Temperatur-Schwellenwerte bewertet; der von Windows gemeldete Medientyp entscheidet, ob die HDD- oder die SSD-/NVMe-Werte gelten. Umverteilte Sektoren und Medienfehler sind in diesen Daten nicht enthalten, und eine Temperatur unter 1 °C oder über 149 °C gilt als unplausibel und wird als Strich angezeigt.
  • Der Rückfall auf Windows-Speicherinformationen überspringt Laufwerke mit Bustyp RAID sowie Laufwerke ohne bekannten Gesundheitszustand und ohne Temperaturwert. Bei den übrigen Laufwerken gilt Unknown als nicht verfügbar, nicht als Fehler; vorhandene Temperaturwerte werden weiterhin bewertet. Nutze für Laufwerke hinter einem Hardware-RAID-Controller zusätzlich dessen Verwaltungswerkzeug oder einen passenden RAID-Check.
  • Ein Gerät ohne SMART-fähige Laufwerke — die automatische Erkennung findet keine, oder Alle Festplatten überwachen ist deaktiviert und die explizite Laufwerksliste ist leer — meldet OK, keine Warnung. Dasselbe gilt, wenn Laufwerke gefunden wurden, aber keines davon verwertbare SMART-Daten lieferte: Diese Laufwerke fallen aus dem Bericht heraus, und der Check meldet weiterhin OK. Unter Windows ist das der Zustand, der eintritt, sobald auch der oben beschriebene Rückfall auf die Windows-Speicherinformationen nichts gefunden hat.
  • Das Erkennen eines nicht mehr vorhandenen Laufwerks gehört nicht zu diesem Check. Es steckt im separaten Check Festplattenpräsenz (EN: Disk Presence), sodass ein entferntes oder außer Betrieb genommenes Laufwerk den SMART-Check nicht rot hält, während die übrigen Laufwerke gesund sind.

Siehe auch: Einen S.M.A.R.T.-Check konfigurieren