Fujitsu ServerView Zustand (SNMP)
Überwache die Hardwaregesundheit deiner Fujitsu-PRIMERGY-Server per SNMP über die ServerView-Agenten, von Temperaturen bis RAID.
Der Check Fujitsu ServerView Zustand (SNMP) überwacht die Hardwaregesundheit von Fujitsu-PRIMERGY-Servern per SNMP — Gesamtsystemstatus, CPU und Mainboard, Temperaturen, Lüfter, Netzteile, Arbeitsspeicher und RAID. Er warnt dich frühzeitig, wenn eine Komponente auszufallen beginnt. Der Check läuft auf einem Agent-Gerät unter Windows, Linux oder macOS (jeweils x64 und Arm64) und fragt den Server über das Netzwerk ab, standardmäßig alle 15 Minuten.
Voraussetzungen
- Du benötigst die Berechtigung Monitoring-Check-Verwaltung. Berechtigungen werden unter Administration → Gruppen zugewiesen.
- Ein octoja-Agent auf einem Gerät mit Netzwerkzugang zum Fujitsu-Server.
- Fujitsu ServerView Agents sind auf dem Betriebssystem des Servers installiert und laufen. Dieses Paket bringt die SNMP-Agenten ServerControl 2 (SC2) und die ServerView-Statusübersicht (SVS) mit; daraus liest der Check Modell und Seriennummer, Gesamtstatus und Subsysteme, Temperaturen, Lüfter, Netzteile und Arbeitsspeicher. ServerView Update Agent ist für diesen Check nicht erforderlich.
- Für die Liste der physischen Datenträger zusätzlich ServerView RAID Manager oder der SNMP-Agent aus dem Softwarepaket deines RAID-Controllers. Laut dem Fujitsu-Hinweis zu den SNMP-Agenten für RAID-Controller sind diese Agenten nicht im Paket ServerView Agents enthalten; nur bei einer Erstinstallation von Windows über den ServerView Installation Manager werden sie automatisch mitinstalliert. Ohne RAID-Agent läuft der Check weiter, zeigt aber keine physischen Disks.
- SNMP ist auf dem Betriebssystem aktiviert und über den konfigurierten SNMP-Port erreichbar — standardmäßig UDP
161— mit einem Community-String (v2c) oder USM-Benutzer und -Schlüsseln (v3). - Richte den Check auf die Betriebssystem-Adresse des Servers — nicht auf den iRMC-Management-Controller.
SNMP auf einem Windows-Server einrichten
Der Check spricht den SNMP-Dienst des Server-Betriebssystems an; die ServerView-Agenten hängen sich in diesen Dienst ein. Auf einem Windows-Server brauchst du deshalb, unabhängig von der Windows-Version:
- Den SNMP-Dienst von Windows als installiertes Feature. Er ist nicht vorinstalliert, sondern wird über die optionalen Windows-Features nachinstalliert.
- Eine lesende Community für SNMP v2c. Genau diese Zeichenfolge trägst du im Check unter SNMP Community ein; Schreibrechte braucht der Check nicht.
- Die IP-Adresse des Geräts mit dem octoja-Agent, das den Check ausführt, als zugelassenen Abfragehost in den Sicherheitseinstellungen des SNMP-Dienstes. Windows nimmt in der Standardeinstellung nur Anfragen vom lokalen Rechner an; ohne diesen Eintrag bleibt der Check unbeantwortet.
- Eine eingehende Freigabe für UDP 161 in der Windows-Firewall des Servers und auf Firewalls dazwischen, jeweils von diesem Gerät aus.
Die genauen Dialoge unterscheiden sich je nach Windows-Version. Die Installationsreihenfolge der ServerView-Pakete und ihr Zusammenspiel mit dem SNMP-Dienst stehen im Fujitsu-Handbuch zum jeweiligen Paket auf support.ts.fujitsu.com. Fujitsu startet und stoppt die ServerView Agents zusammen mit dem SNMP-Dienst: Nach Änderungen am Dienst startest du beide neu.
Schritte
Du kannst den Check sowohl einem Netzwerkgerät als auch einem Agent-Gerät zuweisen. Bei einem Agent-Gerät fügst du ihn auf dem Gerät hinzu, das den Fujitsu-Server über das Netzwerk erreicht.
- Gehe zu Geräte und öffne das Gerät, das Netzwerkzugang zum Fujitsu-Server hat.
- Klicke auf den Tab Checks → Check hinzufügen → Fujitsu ServerView Zustand (SNMP).
- Gib unter Server Host / IP (OS, nicht iRMC) den Hostnamen oder die IP-Adresse des Servers ein. Verwende die Adresse des Server-Betriebssystems, auf dem die ServerView-Agenten laufen.
- Wähle die SNMP-Version, für die der Server konfiguriert ist. Für v2c gibst du die SNMP Community ein. Für v3 gibst du den Benutzer ein und wählst die Authentifizierungs- und Verschlüsselungsprotokolle sowie die zugehörigen Passwörter.
- (Optional) Lege unter Zusätzliche Temp-Warnschwelle (°C, 0 = aus) einen Wert in °C fest, um zusätzlich zu den eigenen Grenzwerten jedes Sensors einen einzelnen Warnschwellenwert hinzuzufügen. Belasse den Wert bei
0, um dich ausschließlich auf die von der Hardware gemeldeten Schwellenwerte zu verlassen. - Klicke auf Check hinzufügen.
Nach dem ersten Check-Intervall erscheint das Ergebnis im Tab Checks des Geräts.
Einstellungen
Die Tabelle listet alle Felder in der Reihenfolge auf, in der sie im Check-Editor erscheinen.
Temperaturen verwenden die von der Hardware gemeldeten eigenen Warn- und Kritisch-Grenzwerte jedes Sensors. Die zusätzliche Temp-Warnschwelle ist eine zusätzliche, globale Absicherung und gilt nur für Sensoren, die ihren eigenen Warn- oder Kritisch-Grenzwert noch nicht erreicht haben — ein Sensor zählt also nie doppelt.
Ergebnisse
Das Gesamtergebnis ist der schlechteste Schweregrad über alle Subsysteme und Sensoren hinweg. Ein einzelnes Subsystem mit dem ServerView-Wert unknown bleibt im Ergebnis sichtbar, erhöht aber nicht den Gesamt-Schweregrad. Ein unbekannter Gesamtstatus führt dagegen weiterhin zu einer Warnung. Prüfe deshalb auch die einzelnen Komponenten, statt OK als Bestätigung für jedes Subsystem zu verstehen.
Wenn der Check Nicht erreichbar meldet
Zeigt der Check Kritisch mit dem Zustand Nicht erreichbar, hat der Server entweder gar nicht per SNMP geantwortet oder keinen ServerView-Gesamtstatus geliefert. Prüfe in dieser Reihenfolge und geh erst weiter, wenn der vorige Punkt stimmt:
- SNMP-Dienst läuft. Auf dem Server läuft der SNMP-Dienst des Betriebssystems und lauscht auf dem im Check eingetragenen Port, standardmäßig UDP 161.
- Community und Abfragehost. Die Community im Check stimmt mit der am Dienst hinterlegten überein, und die IP-Adresse des Geräts mit dem octoja-Agent ist als zugelassener Host eingetragen. Eine falsche Community oder ein fehlender Host sehen von außen wie ein Timeout aus, weil der Dienst schlicht nicht antwortet.
- Firewall. UDP 161 ist in der Windows-Firewall des Servers und auf Firewalls dazwischen eingehend von diesem Gerät erlaubt. Zum Test fragst du von dem Gerät mit dem octoja-Agent aus mit einem SNMP-Werkzeug deiner Wahl und denselben Zugangsdaten die Standard-System-OID
1.3.6.1.2.1.1ab. Antwortet sie, sind Dienst, Zugangsdaten und Firewall in Ordnung. - ServerView-Dienst läuft. Antwortet die System-OID, aber der Check bleibt auf Nicht erreichbar, liefert der ServerView-Agent keinen Gesamtstatus. Prüfe, ob der Dienst ServerView Server Control auf dem Server läuft. Die OID
1.3.6.1.4.1.231.2.10.2.11.2.1.0muss einen Wert zwischen 1 und 5 liefern. - Erst jetzt die Paketfrage. Bleibt die ServerView-OID leer, obwohl der Dienst läuft, sind die ServerView Agents nicht oder nicht vollständig installiert; prüfe die Installation gegen das Fujitsu-Handbuch zum Paket. Fehlen dagegen nur die physischen Disks, während der Rest stimmt, fehlt der RAID-SNMP-Agent (ServerView RAID Manager oder das Softwarepaket des Controllers); eine Abfrage unterhalb von
1.3.6.1.4.1.231.2.49bleibt dann leer.
Erfasste Metriken
Der Check meldet:
- Server-Modell und Seriennummer
- Gesamtsystemstatus sowie den Status CPU / Systemboard, gelesen aus dem Subsystem Systemboard des Servers
- Status für jedes Subsystem, das die ServerView-Übersicht des Servers meldet, unter den Namen, die ServerView selbst verwendet
- Höchste Temperatur und den Sensor, der sie gemeldet hat, plus Anzahl der Sensoren im Warn- und Kritisch-Zustand
- Lüfteranzahl und niedrigste Lüfterdrehzahl (RPM)
- Anzahl der Netzteile
- Gesamter installierter Speicher (GB)
- Name und Kapazität je Datenträger aus ServerView RAID — das Modell tritt an die Stelle des Namens, wenn der RAID-Agent keinen Namen meldet
Tipps
- Der Check liest seine Daten von den Fujitsu-ServerView-Agenten auf dem Server, daher müssen diese Agenten installiert sein — ein reiner SNMP-Dienst auf dem Betriebssystem reicht nicht aus. Welches Paket welche Werte liefert, steht unter Voraussetzungen.
- Für einen Hyper-V-Host, der auf dem Fujitsu-Server läuft, überwache den Hypervisor separat mit dem Check Microsoft Hyper-V Host.
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